Kurzgeschichten, Kurzromane oder Novelle, sie haben viele Namen und mit ihnen verbindet mich eine Hass-Liebe, die es schon lange gibt.

Denn diese Geschichten sind kurz. 😉 Für Büchersüchtige haben kurze Geschichten einen grundlegenden Nachteil: Man ist so früh fertig damit und dann braucht man Nachschub.

Doch das ist nur ein kleines Problem, denn auf dem Kindle kann ich viele davon speichern. Nein, was ich hasse ist, wenn man mir nicht sagt, dass ich mir gerade eine Kurzgeschichte oder Novelle gekauft habe. Nur mit der Info über die Seitenzahl des Buchs ist mir nicht geholfen.

Natürlich kommt es wesentlich auf die Qualität an. Mangelnde Qualität bringt mich zur Weißglut, sorry wenn ich das so direkt schreibe. Eine Kurzgeschichte kann trotz der wenigen Seiten eine spannende Geschichte beinhalten. Doch muss ich leider feststellen, dass es einigen Autoren nicht gelingt, auf ein paar wenigen Seiten Spannung hinbekommen. Deshalb schreibe ich zu diesen Büchern oft keine Rezension. Weil sie mich aufregen. Auch eine Kurzgeschichte sollte einen Anfang, einen Mittelteil und ein Ende sowie einen Spannungsbogen haben. Oft aber gibt es nur eine Episode aus einer Geschichte, ein Ausschnitt aus dem, was daraus hätte werden können, wenn der Autor noch etwas mehr Zeit investiert hätte. Als Leser beginnt man sich gerade wohl zu fühlen in der aufgezeigten Welt, wird warm mit den Charakteren. Und dann? Ende, fertig aus und vorbei. Jetzt musst du damit klarkommen.

Aber es gibt auch erfreuliche Ausnahmen. Die wenigen, die mich „heiß machen“ auf mehr und dann aber auch liefern. Die Prologe für Buchreihen, in denen du erst mal die wichtigen Charaktere kennenlernst und sofort mehr lesen möchtest.

Dann gibt es Autoren, die auch auf wenigen Seiten eine komplette Geschichte unterbringen, bei der ich am Ende nicht unbefriedigt zurückgelassen werde. Für mich als Büchersüchtige ist es trotzdem schade, wenn die Story zu Ende ist – auch wenn ich alles bekommen habe, was meine Sucht befriedigt.

Das soll nicht heißen, dass die Autoren schlecht sind und keine guten Kurzgeschichten schreiben. Dennoch sollten sie einfach besser bei dem bleiben, was sie können. Uns wunderbare Geschichten in einer Länge zu kreieren, die uns mehrere Tage beschäftigt. Und die man immer wieder gerne liest.