Interview mit Mia Kingsley

Mia Kingsley

  1. Hast du ein Vorbild?

Ich habe kein direktes Vorbild, da meine Laune diesbezüglich ständig wechselt, und ich auch, wenn ich privat lese, eher im Thriller-Genre unterwegs bin. Im Grunde bewundere ich jeden, der professionell an die Sache herangeht. Ich habe meinen absoluten Traumberuf, aber es ist eben auch ein Job, der meine Miete zahlt und mir das selbstbestimmte Leben ermöglicht. Wie bei jedem anderen Bürojob auch, setzte ich mich morgens an den Computer, schreibe ein bestimmtes Pensum, und erledige, was anfällt. Das Warten auf die berühmte Muse oder Schreibblockaden sind ein Luxus, der für mich nicht infrage kommt.

 

  1. Lenkt dich Social Media viel vom Schreiben ab?

Nein. Ich habe im Sommer rigoros jeden stummgeschaltet und sehe nur rein, um meine eigene Autorenseite am Laufen zu halten und Nachrichten zu beantworten. Zwar bin ich da und erreichbar, aber ich habe keine Zeit, um Zeit auf Facebook zu verplempern. Nachdem ich im November ein Bild gepostet hatte, weil ich abgenommen habe, bin ich von vielen angeschrieben worden, wie ich das gemacht hätte. Nahezu jedes Mal, wenn ich geantwortet habe, dass ich eben Sport gemacht und meine Ernährung umstellt habe, lautete die Antwort: Ach, man würde ja gerne, hätte aber einfach keine Zeit für Sport. Ironischerweise kam diese Entgegnung immer von Leuten, die sehr aktiv auf Facebook sind. Jeder Tag hat 24 Stunden und letztlich ist es meine eigene Entscheidung, ob ich sie auf Facebook verschwende oder eben das nächste Buch schreibe – woraufhin eben genannte Leute sich auch wieder wundern, wie ich so schnell beim Schreiben sein kann.

 

  1. Wie lautete die Leserkritik, über die du dich bislang am meisten geärgert hat, bzw. woher kommt die Einführungsseite bzw. Warnung bei jedem Buch?

Am meisten habe ich mich bisher über eine Rezension geärgert, in der geschrieben wurde, dass das Buch leider nicht lesbar ist, weil es auf Englisch sei. Keines meiner Bücher wurde bisher übersetzt, sodass ich mir absolut nicht erklären kann, wie die Leserin darauf gekommen ist.

Die Warnung am Anfang des Buches resultiert daraus, dass ich im Laufe der Jahre, die ich nun als Schriftstellerin tätig bin, gelernt habe, wie wenig Leser tatsächlich den Klappentext lesen. Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass explizite Szenen in den Büchern vorkommen und informiere bereits in der Buchbeschreibung darüber. Trotzdem habe ich im Laufe der Zeit viele Rezensionen bekommen, die bemängeln, dass Sex explizit erzählt wird.

Da ich in den Dark-Romance-Romanen viele grenzwertige Themen anschneide und mir klar ist, dass diese unmöglich jedermanns Geschmack sein können, wollte ich bewusst eine Warnung auf der ersten Seite aussprechen, um zu verhindern, dass es aufgrund der Thematik negative Rezensionen hagelt. Der Leser/Die Leserin ist gewarnt und kann nachher nicht behaupten, es nicht gewusst zu haben, denn anders als die Buchbeschreibung steht es eben vorne drin und kann nicht so leicht ignoriert werden.

 

  1. Welches deiner Bücher würdest du gerne verfilmt sehen und mit welchen Schauspielern?

Keines. Mir persönlich gefällt das Verlangen zwischen den Protagonisten und das Hinfiebern auf den ersten Kuss/den ersten Sex am besten und ich kann mir keine Ab-12-Jahren-Version meiner Bücher vorstellen, in der das vernünftig porträtiert werden würde. Ich könnte mir einen Porno mit gewissen Darstellern vorstellen, aber ich fürchte, dafür gibt es in meinen Geschichten dann doch wieder zu viel Handlung.

 

  1. Welches ist dein bestes (oder Lieblingsbuch) von allen, die du geschrieben hast?

Keines und alle. Wenn ich die Idee nicht für gut halten würde, wäre es eine ziemliche Zeitverschwendung, das Buch zu schreiben. Dementsprechend liebe ich natürlich meine Figuren und wie die Handlung sich entfaltet. Da ich aber immer darauf aus bin, besser zu werden, meinen Stil weiterzuentwickeln und auf neue Ideen zu kommen, fällt es mir schwer, nicht nach ein oder zwei Jahren in ein »altes« Buch zu sehen und zu denken: »Oh, das hätte ich aber besser/anders/eleganter machen können.«

 

  1. Gibt es von deinen veröffentlichte Werke, die du im Nachhinein gesehen ganz anders geschrieben oder erst gar nicht veröffentlicht hättest?

Nein. Wie schon in der vorherigen Frage erwähnt, hat alles seinen Platz zu der jeweiligen Zeit und das ist auch in Ordnung so. Ich kann nicht sagen, dass ich irgendetwas bereue oder grundsätzlich hätte anders machen wollen. Genau wie im richtigen Leben entwickelt man sich immer weiter und sagt das ein oder andere Mal »Hätte ich dieses oder jenes schon gewusst, dann …«, aber letztlich schaue ich eher nach vorn, als mich zu lang über Vergangenes zu ärgern. Das bringt nichts.

 

  1. Hast du schon weitere Bücher in Planung und könntest du uns ein bisschen davon verraten?

Natürlich. Immer. Ich schreibe meist an zwei bis drei Projekten parallel, weil ich mich wirklich unfassbar schnell langweile. Allerdings rede ich nicht gern über meine Arbeit, weil es eben oft passiert, dass ich meinen Plan komplett über den Haufen werfe und etwas ganz Anderes mache. Themen, mit denen ich mich aber auf jeden Fall noch beschäftigen werde, sind Biker, Kunstfälscher und dann ist da noch diese Idee mit dem Diamantenraub …

 

  1. Wo siehst du dich in 10 Jahren?

An meinem Schreibtisch, vor dem iMac und wahrscheinlich mit dem iPhone 14S (oder je nachdem, wie weit wir dann sind), während ich Kaffee trinke und überlege, welches Buch ich beenden soll. Ich weiß ja, was meine Testleserinnen am liebsten wollen, aber meistens ignoriere ich es. Sorry, Mädels.

 

  1. Wenn Zeitreisen möglich wären, welche Zeit möchtest du gerne mal besuchen?

Ich würde gern mit Edgar Allan Poe einen Kaffee trinken und ihn ein wenig anhimmeln. Ansonsten habe ich in Bezug auf Zeitreisen keine großen Ambitionen. Es gibt sicher viele interessante Ereignisse, aber die meisten davon sind aus sicherer Entfernung betrachtet vermutlich besser zu genießen. Ich denke beispielsweise an die Französische Revolution oder die Pest. 

 

 

  1. Soul on Ice ist einer meiner Lieblingsbücher. Es ist nicht wie ein normaler Liebesroman. Wie kam es zu der Idee?

Normalerweise bin ich eine sehr strenge Planerin und überlege mir vorher ganz genau, was wann wie mit wem passieren wird. Deshalb bin ich auch so schnell, wenn ich dann beginne, ein Buch zu schreiben, weil ich genau weiß, wie es enden wird und wie ich es erzählen möchte. »Soul on Ice« erschien zuerst auf Wattpad und statt vorher zu planen, habe ich auf die Kommentare der Leser reagiert und versucht, genau das Gegenteil von dem zu machen, was sie erwartet haben. Das ließ die Geschichte sehr action- und abwechslungsreich werden. Für die eBook- und Taschenbuchausgabe habe ich ein paar weitere Kapitel hinzugefügt, weil sich (mal wieder) alle beschwert haben, dass sie nicht genug bekommen können.

Homepage: https://miakingsley.com/

Facebook: https://www.facebook.com/autorinmiakingsley/

 

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