Interview mit Clannon Miller

Clannon Miller

  1. Haben Sie ein Vorbild?

Ja, allerdings ist das ist ein fiktiver Mensch. Es ist jemand, der großherzig und gütig ist, der klug und gebildet und dennoch bescheiden und feinfühlig ist. Jemand der Humor hat aber auch ernst sein kann. Ein Mensch, der ehrlich und geradlinig ist, kein Träumer aber trotzdem ein kleines bisschen naiv und verrückt ist.

Das gibt es nicht?

Vermutlich nicht, aber ich versuche immer wieder meinen Romanhelden, den einen oder anderen Charakterzug meines fiktiven Vorbilds unterzujubeln.

 

  1. Haben Sie noch einen anderen Traumberuf?

In meinem nächsten Leben will ich definitiv Astronautin werden.

 

  1. Woher bekommen Sie ihre Ideen für ihre Romane und Geschichten?

Manchmal kommen die Ideen wie ein Geistesblitz über mich, manchmal wachsen sie langsam in meinem Kopf und brauchen Jahre um Gestalt anzunehmen.

Manchmal nehme ich ein literarisches Werk zum Vorbild, wie bei Pygmalion, oder uralte Mythen, wie bei den Valkyria. Manchmal inspiriert mich ein Märchen, wie bei First Night oder auch nur ein kleiner unscheinbarer Zeitungsartikel, wie es bei Harvestine und bei Back and Beyond der Fall war.

Ideen sind überall, man muss nur die Augen und Ohren offen halten.

 

  1. Gab es schon mal aufsässige Charaktere, die die Geschichte mehr behinderten, als förderten?

Nein. Ich habe meine Charaktere immer gut im Griff. Die spuren.

 

  1. Was war bisher die aufwendigste Vorarbeit für eine Geschichte?

Das war eine, sich über Jahre hinziehende, Recherche für einen historischen Roman, der zur Zeit von Friedrich Barbarossa spielt. Ich habe den fetten 700 Seiten Schmöker allerdings nie veröffentlicht – nicht mal einem Verlag angeboten.

Mit den Recherchen zu diesem Roman habe ich bereits Ende der achtziger Jahre begonnen, also in einer Zeit, als es noch kein Internet, kein Wikipedia oder Google gab. Ich habe durch viele Archive gestöbert und ungefähr 5000 Seiten Material gesammelt.

So bin ich zwar zu einer Koryphäe auf dem Gebiet der Staufer und Zähringer geworden, aber mein Roman ist dabei leider auch zu einem der langweiligsten, nie veröffentlichten Historienschinken der Welt geworden.

Eines habe ich dabei dennoch gelernt: Es ist zwar löblich, wenn ein Autor gut recherchiert, aber zuviel kann dem Charme und Humor und dem Erzählfluss einer Geschichte auch schaden, weil man als Autor dazu neigt, all das recherchierte Material in den Roman stopfen – schließlich will man zeigen, dass man Ahnung hat  – und eh man sich versieht, hat man etwas verfasst das alle zu Tode langweilt.

Manchmal kann eine kleine Unschärfe oder Ungenauigkeit in einer Erzählung sehr viel gewitzter und dramatischer sein, als das kleinkarierte aber uninspirierte Herunterbeten von korrekt recherchierten Details.

 

  1. Gibt es von Ihren veröffentlichten Werke, die Sie in Nachhinein gesehen ganz anders geschrieben oder erst gar nicht veröffentlicht hättest?

Jedes Buch, das ich geschrieben habe, war zu dem Zeitpunkt als ich es veröffentlicht habe, das beste Buch, das ich zustande bringen konnte und deshalb kann ich auch heute noch guten Gewissens zu all meinen Büchern stehen.

 

  1. Welches ist Ihr bestes (oder Lieblingsbuch) von allen die Sie geschrieben haben?

Bei meinen Büchern ist es wie mit meinen Kindern, sie sind alle sehr unterschiedlich, aber ich liebe sie alle gleichermaßen, mitsamt ihren Stärken und Schwächen.

 

  1. Lenkt sie Social Media viel vom Schreiben ab?

Ja, manchmal schon, manchmal tut es mir auch gut.

Wenn ich mir vornehme zu schreiben, dann muss ich mich selbst hart an die Kandare nehmen. Außerdem macht er auch einfach Spaß mit den Lesern und Fans zu reden und herumzualbern. Ich brauche dieses Echo von meinen Leser und zehre davon.

 

  1. Wenn Zeitreisen möglich wären, welche Zeit möchten Sie gerne mal besuchen?

Als junges Mädchen habe ich mir immer gewünscht im Barock zu leben – geilste Klamotten ever. Aber inzwischen hat sich mein Zeitreisewunsch verflüchtigt. Für mich gibt es keine bessere Zeit, als die, in der ich lebe. Nie gab es mehr Wohlstand für alle, mehr Freiheit für Frauen, mehr Möglichkeiten sich selbst zu verwirklichen. Nie gab es geilere Autos und schönere Schuhe.  

Ich liebe meine Zeit.  

 

  1. Wo sehen Sie sich in 10 Jahren?

Ich habe keine hochtrabenden Träume, die nicht schon alle wahr geworden sind. Deshalb wäre es mir sehr lieb, wenn ich auch in zehn Jahren noch gesund und einfallsreich bin und alles in meinem Leben so bleibt, wie es ist (das bezieht sich auch auf die Anzahl meiner Falten und meiner Kilos).

Homepage: https://clannonmiller.wordpress.com/

Facebook: https://www.facebook.com/Autorin.ClannonMiller/

Twitter: https://twitter.com/clannonmiller?lang=de

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